Namen allein schießen keine Tore: Der Realitätstest
Ein Blick auf die Tabelle tut weh. Der aktuelle Kader liest sich auf dem Papier gar nicht so übel, aber die Realität auf dem Platz sieht leider anders aus...
Ganzen Artikel lesenEin Blick auf die Tabelle tut weh. Wenn man sich den aktuellen Kader so anschaut, wirkt er von den Namen her eigentlich gar nicht so übel. Die Realität auf dem Platz sieht im Moment aber leider anders aus.
Gestandene Spieler wie Vukotic, Schuhen, Pfeiffer oder Klefisch suchen derzeit spürbar nach ihrer Form. Dazu gesellt sich eine enorme Unsicherheit bei den Neuzugängen, die noch nicht wirklich zünden wollen. Klar, viele von ihnen kommen aus defensiv wie taktisch schwächeren Ligen im Ausland – aber ganz ehrlich: Da hat man sich bisher einfach mehr erhofft. Einzig Lee und Weißhaupt zeigen zumindest ansatzweise immer wieder, was eigentlich in ihnen steckt.
20 gute Minuten reichen nicht für 90 Minuten Fußball
So hart es klingt: Der letzte Tabellenplatz spiegelt die bisher gezeigten Leistungen leider ziemlich treffend wider. Wir haben in fast jedem Spiel unsere guten 10 bis 20 Minuten, in denen der Ansatz stimmt. Die restliche Zeit stehen wir aber gefühlt nur hinten drin und versuchen zu verteidigen – was meistens noch nicht mal richtig funktioniert.
Am schlimmsten sieht es meiner Meinung nach auf den Außenverteidiger-Positionen (LV & RV) aus. Lannert, Kleinhansl und Petretta haben auf diesem Niveau aktuell einfach zu wenig Qualität. Mikelbrencis darf scheinbar noch nicht ran, weil er als Spätzügler im Transferfenster noch nicht komplett integriert ist. Nürnberger ist gefühlt Dauerverletzt, und was mit Matthias Bader ist, weiß irgendwie auch niemand so recht. Das Frustrierende daran: Eigentlich hätten wir mit Nürnberger, Mikelbrencis und Bader richtig gutes Material für die Außen – nur stehen sie halt gefühlt nie auf dem Platz.
Individuelle Patzer im Aufbauspiel
Dahinter ist Marcel Schuhen auf der Linie nach wie vor eine absolute Bank. Leider streut er immer wieder fahrlässige Fehler im Aufbauspiel ein und bringt seine Mitspieler völlig unbedrängt in brandgefährliche Situationen – genau das gleiche Muster sieht man leider auch bei Vukotic zu oft. Akiyama fällt ebenfalls immer wieder verletzt aus. Klefisch agiert zwar recht stabil, ist aber eben auch kein klassischer Aufbauspieler, der das Spiel aus der Tiefe lenken kann.
Wir brauchen jetzt schleunigst den gesamten Kader fit und auf dem Damm, um hier wieder einigermaßen in die Spur zu finden. Sonst wird das bis zum letzten Spieltag ein extrem ekelhafter Abstiegskampf.
Keine Ausreden mehr!
Die ständige Ausrede „Wir müssen uns erst noch einspielen“ greift für mich langsam nicht mehr. Die Saison läuft nicht erst seit zwei Wochen. Da muss von der Mannschaft jetzt einfach mehr kommen.
Zum Glück steht jetzt erst einmal eine dreiwöchige Länderspielpause an. Ich hoffe inständig, dass sie die Zeit nutzen, um sich endlich zusammenzuraffen und der eine oder andere Verletzte zurückkehrt (bei Marseiller wird es ja leider noch sehr lange dauern). Ich werde mir das nächste Heimspiel gegen Cottbus auf jeden Fall wieder von der Südtribüne aus geben und weiter die Daumen drücken.
Allez les Bleus!



